Blumen wachsen in den Himmel von Hellmuth Lange ist für mich die stärkste Vision von diesen drei Büchern. Irgendwo, auf einem Planeten, der Erde ähnlich, leben ein paar hundert Menschen. In Schutzanzügen, schon seit ihrer Geburt. Denn die Sonne ist erloschen – und mit ihr alles Tier- und Pflanzenleben. Körperlichen Kontakt kennen sie nicht. Die Überlebenden wohnen in kargen Höhlen oder alten Häusern. Einzige Freizeitbeschäftigung: Aus Mineralien Nahrung herstellen und den Vulkan anschauen, in dem die letzte Glut des Erdkerns glimmt. Es ist immer dunkel, die Menschen müssen auf die Stimmen achten. Ein Forscher verkündet, er wolle das (Atomenergie) Feuer der Erde entfachen, damit es warm wird. Ein Priester warnt mit Visionen davor. Intelligenz allein sei die Wurzel allen Übels. Erfindungen müssen langsam über die Menschen kommen. Das Feuer wird entfacht, die Menschen entkleiden sich, und sind zu Tode erschrocken: Nackt, ohne Hülle, und vor allem mit dem menschlichen Gesicht kommt keiner klar. Sie ertragen es nicht, bekommen Angst vor der Zukunft. Sie fallen übereinander her. Keiner ist mehr da, der das atomare Feuer kontrolliert, welches sich über den gesamten Planeten ausbreitet und alles Leben vernichtet. Der letzte Überlebende wird von Feuer umzingelt und flüchtet in das immer heisser werdende Wasser.
Tötet Ihn von Winfried Bruckner spielt im zukünftigen Wien. Alle leben unterirdisch, durch Atomkriege. Jeder beobachtet jeden, verpfeift ihn oder sie bei der Staatsmacht, Gefängnisse sind Zoos, Kinder bespitzeln ihre Eltern. Eine Frau soll einen Oppositionellen umbringen: Einen Arzt mit Gewissen. Doch sie kann dem Auftrag nicht folge leisten, als sie sieht, was einen echten Arzt ausmacht: Ethik und Moral, Achtung vor dem Leben. Beide werden von Spezialeinheiten verfolgt. Während dessen gibt es andere Menschen, die sich zu Tode stürzen, durch gewagte Akrobatik. Beide werden erwischt, sollen gekreuzigt werden, doch da beginnt die Revolution, und ein blindes Pferd – dass sich als Symbol zu Tode stürzen soll, ist weit oben Zeuge.
Das Ultimatium, von Mordecai Roshwald: Ohne Ahnung wird ein “Knopfdruckoffizier” über einen Kilometer unter die Erdoberfläche befördert, wo er und viele andere Menschen auf 7 Ebenen leben. Es gibt keine Rückkehr nach oben. Das wird ihnen von einem anonymen Lautsprecher mitgeteilt. Auch die Aussicht auf Heiraten, Berichte über die anderen Ebenen, usw… Anfangs ist das noch interessant für den Offizier, doch er kommt ins Grübeln. Er und sein Kollege sind Herr über alle Wasserstoff- und Atombomben der USA. Sein Kollege packt die Einsamkeit und Aussichtslosigkeit nicht. Die behandelnde Psychologin will den Knopfdruckoffizier heiraten. Er liebt sie nie wirklich. Es kommt zum globalen thermonuklearen Krieg. Die paar Menschen auf der russischen, amerikanischen und europäischen Seite liefern sich per Funk verbale Auseinandersetzungen, aus ihren Bunkern. Am Ende sehen sie zwar ihre Fehler ein, aber die Folgen des zwei stündigen Kriegs fressen sich schon in Form von Radioaktivität und Krankheiten zu ihnen hinunter, und töten schliesslich alle. Es gibt keine Überlebenden auf der gesamten Erde. Der Nobelpreisträger Linus Pauling hat diesen Roman gelobt. Er selbst hatte die Toten durch die Atomtests auf der Erde errechnet: Der Fallout der Atom- und Wasserstoffbombentests von 1958 erzeugte 15.000 Kinder mit starken Behinderungen in einem Jahr. 38.000 Kinder wurden tot geboren. 90.000 starben in ihren Müttern. http://books.google.de/books?id=2QduA19d_X8C&pg=PA1310&dq=Linus+Pauling:+Biomolecular+sciences+90,000&hl=de&ei=tXlGTuMWg8PxA4rQscoG&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CDEQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false







